nach ferney nach essaouira und von einer kaktusblüte

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nord­pol : 2.52 — In Genf, an ein­er Straßenkreuzung von der Rue de Rhone zur Rue d’Italie, sind selt­same Dinge zu bemerken. Män­ner und Frauen näm­lich, die sich kreisend oder auf und ab über das Pflaster bewe­gen, während sie das Grün­licht der Ampeln erwarten. Bei genauer­er Betra­ch­tung möchte man meinen, sie kön­nten vielle­icht nicht in der Lage sein, stil­lzuste­hen. Sie tra­gen Damenkostüme, Her­re­nanzüge, feine Schuhe, sie sind ver­mut­lich ger­ade aus dem Büro gekom­men, befind­en sich auf dem Weg vielle­icht nach Hause, zur Bussta­tion nach Fer­ney, oder ins Kino, ins The­ater, zum Jazz, die Sonne scheint, erste warme Stun­den. Aber auch an einem eiskalten Tag im Win­ter wür­den sie sich genau so bewe­gen, in Kreisen oder auf und ab. Man nimmt jet­zt nur noch sel­ten den Aufzug, man nimmt die Treppe, der Blick hin zum Handge­lenk, zur Appa­ratur, die Pulse, Tem­per­a­turen, und auch den Schlaf auszumessen ver­mag. Und noch einen Kreis gle­ich hin­ter­her und über die Strasse, wie viele Schritte, wie viele Schritte heute, wie viele Schritte mehr als gestern, wie weit bin ich gekom­men in diesem Monat, vielle­icht bis nach Cham­béry, vor dem Som­mer noch kön­nt ich Mont­pel­li­er erre­ichen, im Win­ter Valen­cia, am Ende des kom­menden Jahres werde ich in Essaouira sein. – Es ist 2 Uhr und 44 Minuten. Ger­ade eben noch habe ich mein Kak­tus beobachtet wie er blüht. Wenn mein Kak­tus blüht, hält er seine Blüte auch bei Nacht geöffnet, als ob er ahnte oder wüsste, dass in meinen Zim­mern Nacht­bi­enen und Nachtwinde wohnen. — stop

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