nazamins schwester

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echo : 5.08 — Ich träumte von merk­würdi­gen Tieren, die sehr flach sind und weich und außer­dem sehr schön gestal­tet. Wenn man eines dieser Tiere auf einem Tisch in der Wirk­lichkeit vor sich liegend betra­cht­en kön­nte, würde man vielle­icht die Ähn­lichkeit zu Brief­marken erken­nen, so wie wir sie als Kinder ent­deck­en und zu sam­meln begin­nen. Tat­säch­lich han­delt es sich bei jenen Tieren, welche ich träumte, um Brief­marken­tiere, die sehr leicht sind, manche tra­gen die Zeich­nung weit­er­er Tiere auf ihrem Kör­p­er, Zebras oder Schmetter­linge oder Singvögel sind häu­fig auf ihrem Rück­en zu erken­nen. An einem ihrer gezah­n­ten Rän­der sitzen sehr kleine Augen fest, dort soll sich gle­ich­wohl ein Mund befind­en, der fein­ste Stäube aus der Luft ent­nimmt, Pol­len­samen, Bak­te­rien, Sporen jed­er Art, davon ernähren sich Brief­marken­tiere vornehm­lich, es sein denn, sie wer­den mit fein­stem Pud­erzuck­er vorsät­zlich gefüt­tert. Brief­marken­tiere sollen dort zu erwer­ben sein, wo man auch herkömm­liche Post­wertze­ichen bestellen kann, sie sind zunächst nicht so preiswert wie das papierene Mate­r­i­al, dafür mehrfach ver­wend­bar. Um einen Brief mit einem Brief­marken­tier zu verse­hen, legt man das betr­e­f­fende Schrift­stück im Kuvert auf einen Tisch, set­zt nun behut­sam eines der Brief­marken­tiere an geeignete Stelle, näm­lich genau dor­thin, wo nor­maler­weise papierene Brief­marken aufzu­tra­gen sind, und schon wird man beobacht­en wie sich das Brief­marken­tier mit seinem neuen Zuhause verbindet, es schmiegt sich an und ist for­t­an vom Brief nur noch mit­tels Gewalt zu tren­nen. Wie es jet­zt leuchtet, wie es seine wun­der­baren Far­ben zeigt, wie es mit Mustern spielt und mit Bildern, die zu Fil­men wer­den, zu Geschicht­en, die das Brief­marken­tier irgend­wo gel­ernt haben muss. Und wenn nun der Brief auf die Reise geht, reist das Brief­marken­tier mit ihm mit, und bleibt dem Brief solange ver­bun­den, bis der Brief geöffnet wird. In diesem Moment der Öff­nung, löst sich das Brief­marken­tier von seinem Brief, der nun nicht mehr sein Brief sein kann. Es ist kaum zu glauben, aber es ist wahr, ich hab’s geträumt, das Brief­marken­tier segelt sogle­ich durch die Luft davon, es ist sehr schnell unter­wegs, schnell wie ein Zugvo­gel kehrt es zu seinem Absender zurück, Tage oder auch Wochen ist es unter­wegs, Schwärme von Brief­marken­tieren wur­den bere­its in großer Höhe über dem Erd­bo­den beobachtet. Zuhause endlich angekom­men, lungern sie dann gern an den Fen­stern und warten. stop. Ende meines Traumes. stop – Naza­mins Schwest­er wurde am ver­gan­genen Sam­stag in den Bergen nahe Semdin­li ver­mut­lich von türkisch­er Mil­itär­polizei getötet. Naza­mins Schwest­er wird nie wieder erwachen. – stop

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