que sera, sera, whatever will be, will be …

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tango : 8.52 – Immer schon hab ich geträumt. Als Junge saß ich auf Bäumen, meinte, hoch auf einem Schiff zu schau­keln, bis ich bemerkte, dass die Zeit der Physik­stunde bereits hinter mir lag. Dann war ich Astro­naut oder Taucher, ich träumte Glüh­birnen, wie man sie macht, war ein Entde­cker in luftigen Räumen. Eines Tages begann ich, meine Träume aufzu­zeichnen, um sie fort­setzen zu können. Nun hatte das Träumen etwas mit Erfin­dung zu tun, weil die geträumte Zeit und ihre Geschichten der wirk­li­chen Welt einge­schrieben, ja einver­leibt werden konnten, einer Welt auf dem Papier, wo sie sich behaupten sollten. Von diesem Moment an sammelte ich Träume, Entde­ckungen, Nacht­zep­pe­line, konnte zeigen, was ich erfand, konnte teilen mit anderen Menschen, eine span­nende Aufgabe, nie ist mir seither lang­weilig geworden. Oft steh ich morgens in meinem Zimmer und schon wird geträumt, noch während ich mich wasche beginne ich meine Arbeit, suche, bin aufmerksam, lausche. Ja, ich arbeite, wenn ich lausche, wenn ich träume, ohne zu schlafen. Manchmal träume ich auf der Straße während ich spaziere, das ist natür­lich sehr gefähr­lich, weil ich Ampeln vergesse, weil ich mich verlaufe oder in verkehrte Stra­ßen­bahnen steige. Gestern Nach­mittag beleuch­tete ich einen Frosch, der die mensch­liche Sprache zu imitieren vermag. Zwei Stunden lang arbei­tete ich, ging Einkaufen, fort­wäh­rend träu­mend, erfin­dend, kümmerte mich in der Küche um eine Enten­brust, einmal tele­fo­nierte ich, ohne je meine Gedanken an den kleinen, spre­chenden Frosch aufzu­geben. Ein Geschenk dieses Erzählen, diese Art und Weise zu leben, gerade in schwie­rigen Zeiten.

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