radionuklid

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alpha : 10.08 UTC – In der Vergan­gen­heit, heute wieder, habe ich mir oft gewünscht, mein Leben würde aus der Sicht eines Vogels aufge­zeichnet, aus der Sicht eines Vogel­we­sens, das mich begleitet, Gespräche beispiels­weise, die ich täglich mit Menschen führe oder heim­liche Gespräche mit mir selbst. Auch würde aufge­nommen, was ich gesehen habe, während ich reiste, einen Kentauren auf einer der Usch­kanji-Inseln, Regen­tropfen am Strand von Coney Island, eine Ameise auf Georges Perecs Schulter während einer Fahrt in der Pariser Metro, meinen schla­fenden Körper. Manchmal ist es ange­nehm, sich zu wünschen, was nicht möglich zu sein scheint, eine große Frei­heit der Speku­la­tion. In den vergan­genen Jahren wurde mir immer wieder einmal bewusst, dass die Verwirk­li­chung eines mich beglei­tenden Vogel­we­sens nicht länger utopisch ist. Ich vermag mir eine flie­gende Maschine ohne weitere Anstren­gung vorzu­stellen, ein künst­li­ches Luft­wesen, vier Propeller, ange­trieben von einer leichten Radio­nu­klid­bat­terie, die sich tatsäch­lich für Jahr­zehnte an meiner Seite in der Luft aufhalten könnte, ein beinahe laut­loses Wesen in der Gestalt eines Koli­bris, eines Tauben­schwänz­chens oder einer Biene. Kaum wird das Flug­ob­jekt aus seiner Trans­portbox gehoben und akti­viert, wird es für immer meiner Person verbunden sein, meinem persön­li­chen Luft­raum, den ich mit mir führe wohin ich auch gehe. Seltsam ist viel­leicht, dass es gleich­wohl unmög­lich sein wird, dieses Wesen je wieder einzu­fangen, weil es sehr schnell ist in seinen Reak­tionen, schneller als meine Hand, schneller als eine Gewehr­kugel, ein Wesen, das über die Flug­flucht­fä­hig­keíten einer Stuben­fliege verfügt. – stop

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