raymond carver goes to hasbrouck heights

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echo : 22.12 — Es ist die Welt des Ray­mond Carv­er, die ich betrete, als ich mit dem Bus die Stadt ver­lasse, west­wärts, durch den Lin­col­ntun­nel nach New Jer­sey. Der Blick auf den von Steinen bewach­se­nen Muskel Man­hat­tans, zum Greifen nah an diesem Mor­gen küh­ler Luft. Dun­st flim­mert in den Straßen, deren Flucht­en sich für Sekun­den­bruchteile öff­nen, bald sind wir ins Gebi­et niedriger Häuser vorge­drun­gen, Eiszapfen von Plas­tik funkeln im Licht der Sonne unter Regen­rin­nen. Der Bus­fahrer, ein älter­er Herr, begrüßt jeden zusteigen­den Gast per­sön­lich, man ken­nt sich hier, man ist schwarz oder weiß oder gelb oder braun, man ist auf dem Weg nach Has­brouck Heights, eine halbe Stunde Zeit, deshalb liest man in der Zeitung, schläft oder schaut auf die Land­schaft, auf ros­tige Brück­en­riesen, die flach über die sump­fige Gegend führen. Und schon sind wir angekom­men, ein liebevoll gepflegter Ort, der sich an eine steile Höhe lehnt, ein­stöck­ige Häuser in allen möglichen Far­ben, großzügige Gärten, Heck­en, Büsche, Bäume sind auf den Zen­time­ter genau nach Wün­schen ihrer Besitzer zugeschnit­ten. Nur sel­ten ist ein Men­sch zu sehen, in dem ich hier schlen­dere von Straße zu Straße, werde dann fre­undlichst gegrüßt, how are you doing, ich spüre die Blicke, die mir fol­gen, Bäume, Blu­men, Gräs­er schauen mich an, das Feuer der Aza­leen, Eich­hörnchen stür­men über san­ft geneigte Däch­er: Habt ihr ihn schon gese­hen, diesen frem­den Mann mit sein­er Polaroid­kam­era, diesen Mann ohne Arme! Gle­ich wird er ein Bild von uns nehmen, wird klin­geln, wird sagen: Guten Tag! Ich habe Sie ger­ade fotografiert. Wollen Sie sich betra­cht­en?

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