salzluft

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sier­ra : 6.25 — In der zen­tralen Bib­lio­thek der Stadt Upp­sala soll eine Abteilung duf­ten­der Büch­er existieren. Der Beschrei­bung nach han­delt es sich bei dieser Abteilung um einen kühlen, abge­dunkel­ten Saal, in dem sich ent­lang der Wände gläserne Behäl­ter rei­hen, in welchen sich je ein Buch befind­et. Diese Büch­er seien min­destens ein­hun­dert Jahre alt. Sie hät­ten sehr bewegte Zeit­en hin­ter sich, seien zur See gefahren, über­dauerten selb­stver­loren Jahrhun­derte in Kirchen oder über­lebten zu Füßen vulka­nis­ch­er Berge schw­er­ste Erup­tio­nen. Nähere man sich nun einem dieser Behäl­ter, würde man bemerken, dass er über einen Vor­satz mit einem Riegel ver­füge, den man öff­nen könne, sobald man eine Nase an den Vor­satz legte. Unverzüglich würde man über­rascht von inten­siv­en Düften, von Sal­zluft­duft, zum Beispiel, wie er See­häfen eigen sei, oder von Schwe­feldämpfen, von Weihrauch- oder Myrredüften. Lesen könne man die Büch­er natür­lich nicht, das sei nun über­haupt nicht vorge­se­hen, sie sind ja einges­per­rt, und das würde sich niemals ändern, eine merk­würdi­ge Geschichte. Diese merk­würdi­ge Geschichte wurde mir gestern von einem Reisenden erzählt, der nachts im Ter­mi­nal 1 des Flughafens wartete. Es war um kurz nach fünf Uhr, als sich eine Frau mit einem sehr kleinen roten Kof­fer in der Hand nährte. Sie erkundigt sich nach der Uhrzeit. Ich sagte: Es ist genau fün­fzehn Minuten nach. Woraufhin die Frau weit­er fragte: Mor­gens oder abends? — stop

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