vom fotografieren

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hima­laya : 2.28 – Gestern Abend machte ich einen Spazier­gang durch die Stadt. Es war sehr schön warm geworden, über den Opern­platz jagten ein paar Haifü­si­liere in Kopfes­höhe unter den flanie­renden Menschen dahin, eine wirk­lich schöne dunkel­blaue Stunde. Und während ich so ging, tele­fo­nierte ich scheinbar, das heißt, ich hielt mein Mobil­te­lefon an mein rechtes Ohr, aber anstatt einer Stimme zuzu­hören, die gar nicht aus dem Telefon heraus­kommen konnte, weil ich mit niemanden verbunden war, foto­gra­fierte ich wild herum, ohne frei­lich sehen zu können, was mir vor die Ohrlinse kam. Auf der Kaiser­straße machte ich in dieser Weise heim­lich Aufnahmen von einem Hütchen­spieler. Ich musste mich dazu seit­wärts zum Geschehen in meiner Nähe posi­tio­nieren. Irgend­je­mand könnte in diesem Moment viel­leicht Verdacht geschöpft haben, als ich weiter­ging, wurde ich beob­achtet, zwei Herrn, die mir nicht gefielen, beglei­teten mich. Sie kamen sehr nah an mich heran. Um mich zu retten, begann ich in mein Telefon zu spre­chen. Ich tat so, als ob ich irgend­je­mandem eine Geschichte erzählen würde. Ich berich­tete von Häusern, die unter riesigen Ballonen schweben. Indessen ging ich nicht schneller voran, als üblich. Zweimal blieb ich stehen, und auch die zwei Männer blieben stehen. Am Londoner Platz fiel mir zu Ballon­häu­sern nichts mehr ein, ich gab darum eine Weile vor, selbst einer Geschichte zuzu­hören, nickte immer wieder, lachte, dann fragte ich mit fester Stimme, ob ich viel­leicht die Geschichte von den Eisbü­chern erzählen sollte. Da ließen, weiß der Himmel warum, beide Herrn von mir ab. – stop
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