von fröschen

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echo : 5.16 — Ein Buch, das ich gestern in ein­er Post­fil­iale, Pren­zlauer­straße 86, abholen wollte, war nicht erre­ich­bar, da die Post­fil­iale, die mich von der Lagerung des Buch­es tele­fonisch unter­richtet hat­te, geschlossen wer­den musste, die Angestell­ten der Fil­iale sind in einen Streik getreten. Das war nicht weit­er schlimm, weil vor­sor­glich am Abend zuvor Briefe und Büch­ersendun­gen in eine benach­barte Post­fil­iale abtrans­portiert wur­den, wie eine hand­schriftliche Notiz bezeugte. Ich set­zte mich auf mein Fahrrad und fuhr in die Berlin­er­straße 8, wo sich mein Buch inzwis­chen aufhal­ten sollte. Aber auch dort war nie­mand anzutr­e­f­fen, allerd­ings der Hin­weis, alle Sendun­gen dieser Fil­iale, sowie über­nommene Sendun­gen der Pren­zlauer­straße 86, seien wegen außeror­dentlich­er Betrieb­sver­samm­lung in die Fil­iale am Madrid­er Platz ver­bracht. Zügig radelte ich weit­er, eine doch beträchtliche Strecke war zurück­zule­gen quer durch die Stadt, es reg­nete, und ich dachte noch, der Him­mel scheint beheizt zu sein, som­mer­lich warmes Wass­er, die Luft duftete nach Flieder, über den Asphalt der Straßen hüpften tausende umbra­far­bene Frösche, weiche Kör­p­er, laut­los, kla­g­los. Nahe des Madrid­er Platzes, unter Kas­tanien­bäu­men, hock­ten ein paar Leute wie unter Schir­men dicht an dicht. Es wurde langsam dunkel. Ich meine, zu diesem Zeit­punkt bemerkt zu haben, dass man an der Art und Weise wie Men­schen sich Schutz suchend auf den Boden set­zen, erken­nen kann, wie alt sie sind. – stop

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