windstille

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echo

~ : louis
to : Mr. jonathan noe kekko­la
sub­ject : WINDSTILLE

Es war Mittwoch, lieber Jonathan, trau­riger Tag, mein let­zter Fisch ist von mir gegan­gen. Als ich ihn besuchen wollte, ruhte er seitwärts auf sandi­gem Boden, eine schein­bar schlafende Gestalt. Das Gewicht seines Kör­pers kurz darauf in mein­er Hand, nicht erwartete Küh­le und die Rauheit seines Kopfes, den ich nie zuvor berührt hat­te, ein selt­samer, ein bewe­gen­der Moment. Sie wer­den, lieber Kekko­la, meine leise Trauer nach Jahren gemein­samen Lebens ver­ste­hen, Sie ganz gewiss! — Sagen Sie, wie geht es Ihren Lun­gen, haben Ihre Atem­flügel den Win­ter gut über­standen, ist alles so wie gewün­scht, oder sind Sie vielle­icht Stun­den oder Tage ins Wass­er zurück­gekehrt, um Luft zu holen in ver­trauter Art und Weise? Ein kuriose Vorstel­lung, wie mir scheint, Mr. Kekko­la tauchend unter der Eishaut eines nor­damerikanis­chen Sees. Ich darf Ihnen sagen, dass ich mich ein wenig vor Ihnen fürchte! Trotz­dem hoffe ich, Sie haben sich bere­its auf südöstlichen Kurs begeben. Ein wolken­los­er Him­mel sollte Sie erwarten, Wind­stille bei 17° Cel­sius, dort wo ich Sie lebend ver­mute. – Ihr Louis, ahoi!

gesendet am
18.03.2010
4.38 MESZ
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louis to jonathan
noe kekko­la »


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