zebraspringspinne

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echo : 5.18 UTC — Ich beobachte an diesem Mor­gen auf dem Fen­ster­brett nach Süden zu eine Zebraspringspinne von höch­stens 2 Gramm Gewicht. Sie spaziert dort unter meinen Augen furcht­los auf und ab. Möglicher­weise ist sie kür­zlich erst durch die Luft geflo­gen oder aber den ganzen Win­ter über in mein­er Nähe gewe­sen, ohne dass ich sie bemerk­te. Für einen Moment hal­ten wir bei­de inne und schauen in Rich­tung der Däm­merung. Eine Straßen­bahn kommt um die Kurve gefahren, es ist die erste Straßen­bahn dieses Tages. Ich schließe die Fen­ster. Mit dieser ersten Straßen­bahn kommt der Tag in die Nacht, Vögel steigen aus und hock­en sich in Bäume und sin­gen, während Fliegen und Fal­ter aus mein­er Woh­nung flücht­en, um einzusteigen und rasch davonz­u­fahren. Ich sollte mor­gens ein­mal auf die Straße treten und zur Hal­testelle gehen und warten, da nun die erste Fahrt der Lin­ie 16 ein­tr­e­f­fen und der Fahrer von Nacht­fal­tern bedeckt sein wird, und die Sitze und Lam­p­en, und auch die Arbeit­er und Arbei­t­erin­nen der Früh­schicht. Dichte, bit­tere, staubige Luft, ein sonores Sum­men zehn­tausender Flügel. Kleine, harte Käfer­kör­p­er stür­men durch weichen, fliegen­den Fal­ter­wald, ping, pong, ping. — Dieser Text wurde zum ersten Mal vor vier Jahren notiert. Als ich heut früh­mor­gens eine Zebraspringspinne ent­deck­te, war mein Text wieder möglich gewor­den. — stop

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