beobachtung

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ulysses : 6.12 – Während ich Jack Kerouacs Roman On the Road in der unge­kürzten Fassung als E-Book las, bemerkte ich, dass ein Computer irgendwo, vermut­lich in Nord­ame­rika, verzeichnet hatte, welche Zeilen des Romans von Lesern oder Lese­rinnen während ihrer Lektüre markiert worden waren, welchen Wörter nach­ge­forscht oder welche Seiten­po­si­tionen wieder­holt gelesen wurden. Eine große Leser­be­ob­ach­tung scheint sich kaum merk­lich zu ereignen, Text­le­se­ma­schinen, die von Menschen in der Hand gehalten werden, verzeichnen, wie lange Zeit sich lesende Menschen mit einem bestimmten Text beschäf­tigen, wie schnell sie ihn studieren, ob sie die Lektüre der ein oder anderen Seite wieder­holen, an welchen Text­orten ihre Augen inne­halten oder ihre Hände über den Bild­schirm strei­chend vorwärts blät­tern, wie viele Leser sich zunächst mit dem Ende einer Geschichte beschäf­tigen, ehe sie die erste Seite des Textes öffnen, um nun tatsäch­lich mit der Lektüre zu beginnen, so wie sich der Autor oder Autorin die Lektüre ihres Textes einmal vorge­stellt haben könnten. Dass funkende Bücher Körper­tem­pe­ra­turen messen, Feuch­tig­keit, Salze der Hände welche sie berühren, ist höchst­wahr­schein­lich. Man will wissen, weil man es wissen kann, an welcher Stelle des Textes Leser verloren gehen oder von welcher Stelle des Textes an Leser restlos einge­fangen sind, ja, das ist denkbar. Guten Morgen. Es ist der 16. Oktober, leichter Regen. – stop

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