denkbare wesen

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india : 6.01 — Im Traum die Spur ein­er Fähre von Man­hat­tan nach Ellis Island beobachtet. Das Schiff dro­hte zu sinken. Men­schen hin­gen in Kör­per­trauben von der Rel­ing ins Wass­er, sie san­gen, sie lacht­en. Schep­pernde Musik von Laut­sprech­ern her, auch Stim­men, die unver­ständliche Sätze for­mulierten. Steine reg­neten vom Him­mel. Möwen, riesige, dunkel­graue Vögel, gelbe Säbelschnä­bel, rote Augen, bejagten den Luftraum um das Schiff. Beobachtete schlafend das Geschehen vom Ufer aus. Tauben­grauer Him­mel. Män­ner kauerten in der Nähe auf eige­nen Füßen. Funk­feuerkon­solen in ihren Hän­den, steuerten sie den Raub­vo­gelschwarm über die spiegel­glat­te Upper­bay. Ein­mal lan­dete eine Möwe neben mir. Der Mann, zu dem die Möwe gehörte, strich ihr behut­sam über den Kopf. Sie schloss ihre Augen indem der Mann ihren Kopf öffnete, um ein kün­stlich­es Gehirn her­auszunehmen, Schaltkreise, Bat­te­rien, fein­stes Werk. Bald warf er seinen Vogel zurück in die Luft. Das war präzise in dem Moment gewe­sen, als ich erwachte, mon­tags also am Nach­mit­tag eine Stunde gegen fünf. Um sechs Uhr bere­its war deut­lich gewor­den, dass Möwen dieser funkges­teuerten Art auch im Wachen denkbare Wesen sind.

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