denkbare wesen

9

india : 6.01 – Im Traum die Spur einer Fähre von Manhattan nach Ellis Island beob­achtet. Das Schiff drohte zu sinken. Menschen hingen in Körper­trauben von der Reling ins Wasser, sie sangen, sie lachten. Schep­pernde Musik von Laut­spre­chern her, auch Stimmen, die unver­ständ­liche Sätze formu­lierten. Steine regneten vom Himmel. Möwen, riesige, dunkel­graue Vögel, gelbe Säbel­schnäbel, rote Augen, bejagten den Luft­raum um das Schiff. Beob­ach­tete schla­fend das Geschehen vom Ufer aus. Tauben­grauer Himmel. Männer kauerten in der Nähe auf eigenen Füßen. Funk­feu­er­kon­solen in ihren Händen, steu­erten sie den Raub­vo­gel­schwarm über die spie­gel­glatte Upperbay. Einmal landete eine Möwe neben mir. Der Mann, zu dem die Möwe gehörte, strich ihr behutsam über den Kopf. Sie schloss ihre Augen indem der Mann ihren Kopf öffnete, um ein künst­li­ches Gehirn heraus­zu­nehmen, Schalt­kreise, Batte­rien, feinstes Werk. Bald warf er seinen Vogel zurück in die Luft. Das war präzise in dem Moment gewesen, als ich erwachte, montags also am Nach­mittag eine Stunde gegen fünf. Um sechs Uhr bereits war deut­lich geworden, dass Möwen dieser funk­ge­steu­erten Art auch im Wachen denk­bare Wesen sind.

ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top