ein kleiner engel

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ulysses : 0.03 – Es ist Son­ntag, aber noch nicht lange. Genaugenom­men ist Sam­stag, aber auch nicht richtig Sam­stag, weil ich diesen Text am Fre­itag, am Abend näm­lich, geschrieben, ihn am Sam­stag­mor­gen in meine Word­Press­mas­chine gefüllt und sofort Anweisung gegeben habe, ihn am Son­ntag kurz nach Mit­ter­nacht sicht­bar wer­den zu lassen. Es ist also ein merk­würdi­ger Son­ntag, ein Son­ntag der Abwe­sen­heit und der Anwe­sen­heit zur gle­ichen Zeit, ein großes Vergnü­gen. Aber eigentlich wollte ich rasch eine kleine Geschichte erzählen. Ich habe, ganz unglaublich, vor ein­er Stunde einen kleinen Engel, den ich seit Tagen ver­mis­ste, wiederge­fun­den. Ich stand bei leichtem Regen mit mein­er Kam­era vor einem Karus­sell, weil ich ver­sprochen hat­te, einen Film vom wär­menden Drehlicht aufzunehmen. Plöt­zlich saß der kleine Engel, wir ken­nen uns schon lange, auf mein­er Schul­ter, leicht wie eine Mozartkugel. Er wollte wis­sen, ob er denn auf dem Film, den ich ger­ade aufgenom­men hat­te, zu sehen sein werde, und ich fragte natür­lich unverzüglich zurück, was er über­haupt hier tun würde und ob er sich nicht denken könne, dass ich mir Sor­gen gemacht habe während der ver­gan­genen Tage. Aber mit Engeln ist das so eine Sache, sie genü­gen sich selb­st, machen was sie wollen. Sie fliegen, nur so zum Beispiel, mit oder neben einem Karus­sell durch die Luft, weil sie die weit­en, die gefährlichen Reis­erouten üben, atlantis­che Streck­en, sagen wir, viele Tage über Wass­er dahin in der Geschwindigkeit der Bienen. Ich weiß nun, ich ahne, auch dann, wenn sie schlafen, segeln sie immerzu weit­er. – Guten Abend. Guten Mor­gen. Gute Nacht.

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