existenz

9

hima­laya : 3.38 – Von allen inten­siven Lebens­mo­menten war einer der Schönsten jener gewesen, als mich ein Mensch, der mir sehr nahe ist, wieder­erkannte. Ein Blitz war ihm nachts in den Kopf gefahren, hatte Bedeu­tungen der Gegen­stände und Orte und Menschen derart umge­schrieben, dass er nicht mehr sagen konnte, wo er sich gerade befand, dass er einen Baum für eine Birne halten wollte, einen Fern­seh­ap­parat für den Mond, und mich persön­lich für einen wild­fremden Menschen, eine Person, deren Namen und deren Gesicht er nie zuvor gesehen haben wollte. Ein Blick, sehr fremd, sehr kalt. Ein Blick, der nach langen Wochen des Wartens nach­denk­lich wurde, der wieder wärmen konnte, weil er sich der Vertraut­heit seines Gegen­übers zu erin­nern schien. Wie ich in der Zeit der Verlo­ren­heit mit meiner Stimme lockte, mit Geschichten, die wir gemeinsam erlebten, kleinen Alltags­ver­bre­chen, Foto­gra­fien, Musik. Ich bin kein Anderer! Und wie der suchenden Nach­denk­lich­keit Erin­ne­rung folgte, ein Licht, Iris­brennen, das meinen Namen noch vor Mund und Stimme formu­lierte. Und wie ich nach langer Abwe­sen­heit von einer Minute zur anderen im gemein­samen Augen­raum wieder zu exis­tieren begann, davon wird einmal zu erzählen sein. stop. Heute ist Montag. stop. Leichter Regen. stop. Drei Uhr zwei­und­fünfzig in Bengasi, Libyen. – stop

ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top