geschichte von einem chinareisenden

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oli­mam­bo : 0.28 — Alles fing damit an, dass M. ein beson­deres Schul­heft, welch­es sich seine Tochter wün­schte, nicht bezahlen kon­nte. In dieser Sekunde, da er die Ent­täuschung in den Augen des Kindes wahrnehmen musste, entschloss sich der Vater zu han­deln. Er rang­ierte sein kleines Auto aus der Garage, rollte Ersatzreifen und Fahrräder in den Garten, fegte Blät­ter und Papiere auf die Straße, ent­fer­nte Ölfleck­en und Spin­nen­net­ze, dann begann er zu sparen. Er sparte so sehr, dass er mager wurde. Manch­mal besuchte er abends nach der Arbeit seine Garage und stellte sich vor, mit welch wun­der­baren Waren er sie bald füllen würde. Als er lange genug ges­part hat­te, 12 Monate und drei Wochen, set­zte er sich in ein Flugzeug und reiste nach Chi­na. Es war ein Aben­teuer, er kon­nte wed­er Chi­ne­sisch und noch Englisch, er kon­nte nur die türkische und ein wenig die deutsche Sprache. Am Flughafen wurde er abge­holt von einem Lands­mann, den er seit sehr langer Zeit kan­nte. Sie fuhren aus der Stadt Peking her­aus nord­wärts nach Yang­ing, dort besucht­en sie eine Fab­rik, die DVD-Scheiben pro­duzierte, sie war groß wie eine kleine Stadt. Zwei Tage blieb M. noch in Peking, er besuchte den Platz des himm­lis­chen Friedens, dann flog er zurück nach Europa. Vier weit­ere Monate später lan­dete ein Con­tain­er im Ham­burg­er Hafen an. Ein­hun­dert­tausend DVD-Scheiben, unbe­spielt, waren im Con­tain­er enthal­ten. Zu diesem Zeit­punkt ist das Ende der Geschichte, ein­er wahren Geschichte, noch voll­ständig offen. stop. Zwei Uhr achtundzwanzig in Gaza City. – stop

polaroidbadende1

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