indulin

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char­lie : 2.12 — Der Ver­such in den ver­gan­genen Minuten, Far­ben zu erin­nern, die ich in der Six­tinis­chen Kapelle vor zwei Wochen noch beobachtet habe. Es ist merk­würdig, diese Far­ben, die doch von meinen per­sön­lichen Augen aufgenom­men wur­den, sind in dieser Nacht nur sehr flüchtig ver­füg­bar. Da ist zunächst ein inten­sives BLAU, ein Wort, wie das Wort BLAU in ein­er Geschichte der kata­lanis­chen Schrift­stel­lerin Mer­cè Rodor­e­da, deren Exis­tenz mir wieder in den Sinn gekom­men ist: Sie ist weiß und sie ist blau. Das heißt, sie ist weiß wie die weiße Rose, und ganz plöt­zlich wird sie blau. Ein Insekt färbt sie, so scheint es, aber nie­mand weiß, wie es das macht. Ein Augen­blick der Zer­streutheit und schon ist sie blau. Dieses Insekt trägt in einem Knie, mit fadi­gem Spe­ichel fest­genäht, ein Päckchen, und in diesem Päckchen, umgeben von Eiern und von Blau – rein­stes Indulin – ist der Ehe­mann. Dieser Ehe­mann schläft den ganzen Tag und bebrütet die Eier, die durch ein Loch in das Päckchen fall­en, das in dem Knie ist, woran es fest­genäht ist. Wenn die Stunde kommt, kriecht das Insekt der Blume ins Herz, lädt das Päckchen ab, und die Blume, die weiß war, wird blau von oben bis unten. Sie sagen: — Oh, es ist näm­lich so, daß der Ehe­mann, sobald er sich blu­menumhüllt sieht, das Päckchen auf­bricht und alles von blauem Saft über­schwemmt wird und die Eier platzen und die Kleinen sofort los­fliegen, jedes mit seinem Päckchen im Knie … ein­ver­standen. Aber das sind bloße Ver­mu­tun­gen. Die Wahrheit ist, daß die Blume in einem Nu blau wird. Wie? Dahin­ter kommt man nie, und jed­er­mann ist ein bißchen durcheinan­der und ver­wirrt. — stop

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