julia : letzte position 29°05’22.3“N 12°25’35.9“E

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tango : 2.01 – Vor wenigen Stunden erreichte mich die Nach­richt von der Exis­tenz weiterer Foto­gra­fien, die enthaup­tete Menschen zeigen sollen. Ein Verweis, der zu den Aufnahmen im Netz führe, sei auf Posi­tion Twitter zu lesen. Ich über­legte ein Weile, ob ich dem beigefügten Link folgen sollte. Ich dachte, wie nah wir doch immer wieder Höllen­an­sichten kommen, die mögli­cher­weise nur deshalb produ­ziert werden, weil zu vermuten ist, dass Millionen Menschen welt­weit sie betrachten werden. Ich notierte einen Brief­ent­wurfe: Mein lieber Maxi­mi­lian, vielen Dank, dass Du mich wieder einmal auf schreck­liche Ereig­nisse, die sich in der liby­schen Wüste ereignet haben, aufmerksam machst. Noch einmal will ich Dich bitten, auf weitere Hinweise dieser Art zu verzichten, da ich leblose Köpfe nicht weiter besich­tigen möchte, sie wirken so hilflos, müde, und entsetzt von der unge­heueren Gewalt, die in der letzten Sekunde ihres Lebens auf sie wirkte. Ich weiß, Du kannst selbst nicht damit nicht aufhören, Du zählst mensch­liche Köpfe ohne Leib, Du vergleichst leblose Gesichter, Du sicherst Beweise, ich nehme an, Du wirst Dich in dieser Arbeit weniger hilflos fühlen. Wie traurig, dass noch immer keine Nach­richt von Julia bei Dir einge­troffen ist, keine Spur in der Wüste, kein Hinweis, es ist eine Tragödie. Viel­leicht willst Du mich einmal besu­chen! Wir könnten spazieren, Du könn­test mir erzählen, ich könnte Dir zuhören. Im bota­ni­schen Garten wird gerade der Honig der Wild­bienen geerntet. Herz­liche Grüße sendet Dir Dein Louis – stop
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