lenox hill : vertikal

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zoulou : 20.25 — Es ist jedes Mal ein aufre­gen­der Moment, wenn sich die Kabine des Aufzuges vom 22. Stock­w­erk aus nach unten zu bewe­gen begin­nt. Ich werde etwas größer für ein oder zwei Sekun­den, ich kann das im Spiegel, der die Rück­wand meines Reise­be­häl­ters voll­ständig bedeckt, genau erken­nen, ich werde etwas größer, oder ich ver­liere den Boden unter den Füßen, es ist ein wirk­lich­er Moment des Fal­l­ens, ein Raum der Zeit, der bere­its vorüber ist, ehe man ihn mit Wortbe­deu­tung aus­ge­sprochen haben mag: Sekunde. Aber dann steh ich schon wieder fest auf dem Boden, bin so groß wie zuvor, ein Irrtum natür­lich, nicht die Größe, aber dass ich sicheren Boden unter meinen Schuhen haben würde, weil ich doch abwärts rase, was ich am wan­dern­den Licht der Zahlen­rei­he, die sich neben der Kabi­nen­türe befind­et, erkenne. Außer­dem knis­tern meine Ohren und ich habe den Ein­druck, dass auch mit meinen Augen etwas anders gewor­den sein kön­nte, ein Dra­ma vielle­icht, das sich hier ger­ade zu ent­fal­ten begin­nt. Vor vier Wochen noch hat­te ich ein­mal im Aufzug einen Spazier­gang unter­nom­men, rasch, wie ein Tier in seinem Käfig hin und her, ich wollte mich sehen, wie ich im Fall­en zu gehen ver­mag, ein lustiger Anblick, nehme ich an, weil ich kurz darauf den Ein­druck hat­te, der kleine Wächter im Foy­er habe ein iro­nis­ches Lächeln im Gesicht getra­gen, vielle­icht weil er mich beobachtet hat­te mit­tels ein­er Kam­era, die sich in ein­er der oberen Winkel der Kabine befind­et. Selt­sam ist, man wird schein­bar nicht klein­er, wenn man das Erdgeschoss erre­icht, obwohl man doch sehr schnell langsamer wird, ges­taucht, meine ich, gepresst und diese Dinge. Ich habe weit­er­hin beobachtet, dass ich, indem ich den Aufzug ver­lasse, je eine leichte Linkskurve nehme, die so nicht geplant ist. Meine Sch­neck­engänge, meine Labyrinthe im Kopf, daran kön­nte es liegen. — stop
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