manhattan transfer

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gink­go : 17.58 — Im Moment der Verge­gen­wär­ti­gung, eine Minute still zu ste­hen und zu denken: Meine Schuhe berühren amerikanis­chen Boden. Kön­nt von hier aus nach Patag­o­nien laufen, nach Feuer­land, ohne je einen Schwim­mzug  zu unternehmen, süd­wärts, süd­wärts zur 42th Straße hin, den Lin­col­ntun­nel unter dem Hud­son durch nach New Jer­sey, immer der Küste ent­lang, langsam, Schritt für Schritt. Aber dann nehmen mich meine Beine doch nord­wärts mit sich fort, spazieren den Zoo der Bronx bis wir abends müde gewor­den das Fährpen­delschiff down­town erre­ichen. Schaun nach Hol­ly, heut kön­nt sie kom­men wie aus dem Nichts aus dem Strom der Men­schen, Mar­sec Secu­ri­ty Lev­el 1, fröh­lich grüsst sie die Matrosen, fliegt über die Gang­way aufs untere Deck hin zum ver­traut­en Platz am Fen­ster ins Licht der flaschen­grü­nen See. Hier nimmt sie unverzüglich ihre Arbeit auf, begin­nt Zeichen von einem Buch auf regen­festes Papi­er zu über­tra­gen: Mit­tagsstunde am Union Square. Ausverkauf. Müssen räu­men. WIR HABEN EINEN SCHRECKLICHEN IRRTUM BEGANGEN. Auf dem staubi­gen Asphalt kniend, putzen kleine Jun­gen Schuhe, Halb­schuhe, San­dalen, Knöpfelschuhe, Stiefelet­ten. Wie ein Löwen­zahn glänzt die Sonne auf der Spitze jedes frischgeputzten Schuhs.

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