marlen

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sier­ra

~ : oe som
to : louis
sub­ject : MARLEN
date : nov 03 13 8.15 p.m.

Zum ersten Mal in diesem Herb­st ist Schnee gefall­en. Sehr helles Licht am Nach­mit­tag, aber die Sonne war nicht zu sehen gewe­sen. Wolken, feines Gewebe, berührten das Wass­er, als sie sich lösten, begann es zu schneien. – Ver­gan­gene Woche ist Marlen an Bord gekom­men. Sie wird sich Noe kom­mende Woche in einem schw­eren Taucher­anzug näh­ern. Wir haben darüber gesprochen, ob sie nicht einige Tage in der Tiefe bleiben sollte, ein Gespräch führen Auge in Auge. Sie scheint sich zu fürcht­en vor der Enge, die sie erwartet, eine fröh­liche, junge Frau. Sie ver­bringt Stun­den Zeit damit, das Wass­er zu beobacht­en, das fast ohne Bewe­gung zu sein scheint. Aber es ist eine starke Strö­mung aufgekom­men, wir haben zwei Motoren ange­wor­fen, um unsere Posi­tion hal­ten zu kön­nen, das Schiff bebt. Noe berichtet, dass er uns in der Tiefe hören könne. Noch weiß er nicht, dass er bald Besuch bekom­men wird. Er liest in diesen Tagen Wal­ter Ben­jamins Geschicht­en ein­er Berlin­er Kind­heit, sehr langsam. Dann wieder, nach Pause, Noes Selb­st­ge­spräch: Lange Zeit­en ohne einen Gedanken ohne einen Wun­sch ohne eine Erin­nerung. Der Blick ins Wass­er. Zarte Fin­ger von Licht. Höre das Geräusch der Luft. Wün­schte ich hätte eine Uhr. — Ahoi, lieber Louis, DEIN OE SOM — stop

gesendet am
3.11.2013
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