nabokovs uhr

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gink­go : 6.12 — Nabokov schrieb vor einiger Zeit, er habe mir eine ungewöhn­liche Uhr geschickt, ich solle ihm notieren, sobald sie angekom­men sei. Ver­gan­genen Fre­itag erneute Frage: Lieber Louis, ist die Uhr, die ich vor zwei Monat­en sendete, angekom­men? Gestern war Nabokovs Uhr endlich im Briefkas­ten, zol­lamtlich­er Ver­merk: Zur Prü­fung geöffnet. Ich will an dieser Stelle bemerken, von der Öff­nung des Päckchens war nicht die min­deste Spur zu erken­nen, kein Schnitt, kein Riss, keine Falte. Im Päckchen nun eine Schachtel von hellem Kar­ton, in der Schachtel Sei­den­pa­piere, von Nabokovs eigen­er Hand ver­mut­lich zerknüllt. In weit­ere Sei­den­pa­piere eingeschla­gen, besagte Uhr, wun­der­bares Stück, ovales Gehäuse, blech­ern, ver­mut­lich Trompete, welch­es schw­er in der Hand liegt. Kurioser­weise fehlt der Uhr das Zif­ferblatt, weit­er­hin kein­er­lei Zeiger, wed­er Dio­den noch Leuchtze­ichen. Ich ver­suchte das Gehäuse der Uhr zu öff­nen, verge­blich. Erstaunlich ist nun, dass, wenn ich auf das Gehäuse der Uhr Druck ausübe, sich ein schmaler Schacht seitlich öffnet, dem, wie zum Beweis der Exis­tenz der Zeit, ein Streifen fein­sten Papiers entkommt, auf welchem ein Uhrzeit­punkt aufge­tra­gen wor­den ist. Sechssiebzehnzwölf. Allerbesten Dank, Nabokov, allerbesten Dank! — stop
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