nahe aleppo

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echo : 21.11 UTC — Der Wagen schaukelte vor sich hin wie ein Schiff im Sturm auf hoher See. Das war gewe­sen als Mut­ter ver­suchte im Lauf­schritt eine Straße zu über­queren. Auch der Him­mel schaukelte und das hölz­erne Spiel, das vor meinen Augen ange­bracht wor­den war, damit ich das Greifen und Fan­gen übte. Kaum hat­ten wir die Straße über­quert, sortierte ich mein Bett im Wagen, meine Ras­sel, meinen Ted­dy­bär, meine Hand­schuhe und Decke. Ein Win­ter­bild. Auch immer wieder Gesichter, die näher kamen, um in mein schaukel­ndes Zim­mer zu spähen. Und Hände, die mich neck­ten, fremde Fin­ger. Manch­mal schlief ich ein, weil ich mich gut und sich­er fühlte. Ich war vielle­icht zwei Jahre alt. Eine Fotografie existiert vom Kinder­wa­gen und mir, eine Hand, ich erin­nere mich, ist zu sehen, die aus dem Verdeck greift, das sich über meinem Köpfchen wölbte, als wollte sie etwas fan­gen in der Luft oder die Luft selb­st. — Vor weni­gen Minuten noch habe ich bewegte Bilder von Kindern gese­hen, die nahe Alep­po blu­tend in einem Kranken­haus auf ein­er Bahre ruht­en. Die Kinder wein­ten nicht. Ihre Arme und Hände ohne Bewe­gung, aber ihre Augen. Sie waren nah auf dem Bild­schirm mein­er Fernsehmas­chine. Ich hörte kla­gende Stim­men aus dem Off, von dort wohin mein Bild­schirm nicht reichte . — stop
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