natalie sarraute

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echo : 22.55 — Während ich einen Text über Hände und Fin­ger notierte, beobachtete ich meine eige­nen, arbei­t­en­den Hände und Fin­ger, wie sie die Tas­tatur der Mas­chine bedi­en­ten, ohne dass ich ihnen bewusst Anweisung erteilte. Ein­mal kon­nte ich nicht weit­er, deshalb machte ich eine kleine Pause und betra­chtete zunächst meine linke, dann meine rechte Hand. Sie ruht­en Seite an Seite auf der Tas­tatur der Mas­chine und warteten. Sie warteten darauf, dass eine Stimme in meinem Kopf dik­tieren würde, was aufzuschreiben ist. Ich kön­nte jet­zt vielle­icht sagen, dass meine Hände darauf warteten, mein Gedächt­nis ent­las­ten zu dür­fen, weil ich alle Sätze, die ich mit meinen Hän­den in die Tas­tatur der Mas­chine schreibe, nie ler­nen, nie spe­ich­ern muss, weil ich bere­its vor der Nieder­schrift weiß, dass ich bald wiederkom­men und lesen kön­nte, was ich notiere und notierte. Ich betra­chtete also meine Hände, und weil ich sehr lange Zeit nicht weit­er wusste in meinem Text, habe ich in Nathalie Sar­rautes wun­der­barem Buch Kind­heit gele­sen. Nach ein­er Stunde schal­tete sich mein Com­put­er aus und ich kon­nte auf dem Bild­schirm fol­gende Zeile lesen: no sig­nal. going to sleep.

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