naturbeobachtung

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india : 8.12 – Sagen wir so, sagen wir : Savanne. Sagen wir : Abend. Sagen wir : vorschrift­liche Zeit. Dort – zwei Männer. Der eine der beiden Männer liegt auf dem Rücken. Dieser Mann, von Staub bedeckt, – ein toter Mann. Sein Bauch ist geöffnet. Viel­leicht ist der Mann gestürzt, viel­leicht wurde der Mann von einem Raub­tier ange­fallen. Der zweite vorge­stellte Mann kniet vor dem Toten und betrachtet die Wunde. Nun zieht dieser Mann seine Waffe und hebt einen Lappen Haut zur Seite. Er setzt das Werk­zeug in der Wunde an und schneidet solange in die Musku­latur des Bauches, bis die Bauch­höhle des Toten offen liegt. Eine Geste der Unter­su­chung, eine Geste des Eindrin­gens, der Inva­sion, eine vorsich­tige Bewe­gung ohne ein bestimmtes Ziel. Da ist der Wunsch, Tiefe zu gewinnen, Unsicht­bares, Verdecktes, Unbe­kanntes sichtbar zu machen. Viel­leicht wird sich dieser Mann nun von dem Toten entfernen, viel­leicht deshalb, weil eine weitere Raub­katze sich nähert. Viel­leicht wird der Mann, aus der Erin­ne­rung heraus, den Umriss eines Mannes, der tot ist, in eine Fels­wand ritzen. Viel­leicht wird er in diesen Umriss eines Mannes, der steht oder liegt, die Form eines Organs eintragen, – genaue Lage, exakte Größe. Die Abbil­dung nun eines Organs, für dessen Exis­tenz zum Zeit­punkt der Entste­hung weder ein Zeichen noch ein Begriff erfunden wurde.

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