radiusköpfchen

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echo : 10.18 – Nehmen wir einmal an, ich wäre nachts über eine dämmernde Katze gestol­pert, wäre eine Treppe hinun­ter­ge­stürzt, unsanft gelandet, ich hätte mir viel­leicht den Arm gebro­chen und zwar den rechten in seiner Beuge, das Ellen­bo­gen­ge­lenk, Radi­us­köpf­chen zertrüm­mert, Bänder gerissen, Muskeln, im geschwol­lenen Gewebe suchende Struk­turen. Bald Über­land­fahrt ins Hospital, Minu­ten­schlaf unter Grel­lich­tern einer chir­ur­gi­schen Ambu­lanz, vier Stunden Zeit in Abwe­sen­heit, das Unter­su­chen, Beugen, Drehen, Zerren, Sägen, Bohren, Feilen, Disku­tieren, Nähen, ich hörte, ich spürte nichts. Wie ich, es ist Mittag geworden, mit meinem Namen von Ferne her gerufen werde, Geis­ter­stimmen, Geis­ter­hände. Das strenge Korsett von dunkel­blauer Farbe, in dem der kranke Arm zugleich geborgen liegt in einer grüs­senden Haltung. Sand­au­gen­mü­dig­keit der Morphine. Die Bewe­gung der Finger, die mich glück­lich macht, einer nach dem anderen Finger spürbar, aber meine Nase, mein Mund uner­reichbar plötz­lich wie die Ober­fläche des Mondes. – stop

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