raumzeit

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himalaya : 0.15 — Kür­zlich habe ich etwas Lustiges mit mir selb­st erlebt. Ich saß in der Nähe meines Schreibtis­ches auf einem Stuhl und stellte mir vor, wie ich gle­ich auf­ste­hen und zum Fen­ster gehen werde. Was wäre zu sehen, fragte ich mich, wenn ich in dieser Pas­sage durch mein Zim­mer von ein­er Kam­era aufgenom­men wer­den würde, die in der Lage ist, 1 Mil­lion Bilder pro Sekunde einz­u­fan­gen. Das Auge dieser Kam­era würde mir nun also fol­gen und in dieser Zeit der Wan­derung 8 Mil­lio­nen Bilder mein­er Gestalt im Raum erzeu­gen. Wie lange Zeit, über­legte ich weit­er­hin, würde ich in der Betra­ch­tung mein­er Per­son ver­brin­gen, wenn ich den kurz zuvor aufgenomme­nen Film mit der üblichen Rate von 24 Bildern pro Sekunde betra­cht­en kön­nte. Ich rech­nete auf einem Stück Papi­er ein oder zwei Minuten hin und her, um schließlich mit Gewis­sheit eine Beobach­tungszeit von 3 Tagen und weit­eren 20 Stun­den her­auszufind­en. Zu diesem Zeit­punkt saß ich noch auf meinem Stuhl. Kurz darauf stand ich auf und ver­suchte, mich in der Wirk­lichkeit meines Kör­pers der­art langsam zu bewe­gen, dass ich in der errech­neten Betra­ch­tungszeit als tat­säch­liche, nicht als aufgeze­ich­nete Per­son, jene vorgenommene Strecke über­winden würde. Ich stelle fest: Das äußerst langsame Ver­hal­ten eines men­schlichen Kör­pers in Raum und Zeit bedarf ein­er­seits inten­siv­er logis­tis­ch­er, ander­seites sportlich­er Vor­bere­itung. – stop / kof­fer­text

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