sofia

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delta : 5.57 – Im Flug­ha­fen­ter­minal 1 exis­tiert ein Mann, den ich vor sieben oder acht Tagen bemerkte. Ich war an einer Bank vorüber gekommen, auf welcher der Mann schla­fend lagerte. Bevor er einge­schlafen war, muss er seine Schuhe sorgsam neben­ein­ander unter das fest­ge­schraubte Bett gestellt haben. Sein Kopf ruhte auf Armen, die in den Ärmeln eines hell­blauen Hemdes steckten. Er trug keine Strümpfe. Koffer waren in seiner Nähe nicht zu sehen. An jedem Morgen seither, sah ich ihn wieder, immer in der selben Posi­tion auf der selben Bank liegend. Auch seine Schuhe waren immerzu anwe­send. Gestern hatte ich den Eindruck, als würde der Mann mögli­cher­weise gar nicht exis­tieren, sondern wäre nur eine Idee, ein Bild, aber der Mann atmet, das ist gut zu sehen. Auch scheint er sich zu rasieren, wenn ich nicht da bin. Er muss seit seiner Ankunft mehr­fach aufge­wacht sein, um zu trinken oder zu essen oder ein wenig zu spazieren. Dieser Mann könnte der einzige Mensch sein, den ich seit langer Zeit kenne, ohne seine geöff­neten Augen je gesehen zu haben. Er kommt viel­leicht aus Buka­rest, oder aus Athen, Belgrad, Sofia, das ist denkbar. – stop

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