stehschläfer

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sier­ra : 2.24 — Stehschläfer, wie man vielle­icht meinen möchte, sind keine Vögel, Flamin­gos, sagen wir, nein, Stehschläfer sind Men­schen, Men­schen näm­lich, die sich genau so ver­hal­ten, wie das Wort, das sie beze­ich­net, sie schlafen im Ste­hen. Das ganz Beson­dere, das Selt­same ist, dass diese Art der Stehschläfer in meinem Leben bish­er nicht vorgekom­men ist, noch vor ein­er hal­ben Stunde hat­te ich nicht die leis­es­te Ahnung ihrer Exis­tenz, aber dann war da plöt­zlich dieses Wort Stehschläfer in meinem Kopf, in dem ich nach Mit­ter­nacht durch die Hallen des Flughafens wan­derte, müde vom Lesen, müde auch vom Denken. Dieser Frieden, der hier zu find­en ist, die Ruhe der Liegen­den, der Sitzen­den, bald wer­den sie davon­fliegen nach Übersee vielle­icht, oder nach Moskau, wo man ster­ben kann in den Spuren eines merk­würdig ver­steck­ten Krieges, der von Zeit zu Zeit Men­schen­leben zer­störende Funken nord­wärts schleud­ert. Dort, in diesem Frieden ein­er Flughafen­halle bei Nacht, muss jemand im Ste­hen geschlafen haben. Ich habe ihn vielle­icht aus den Augen­winkeln her­aus wahrgenom­men, eine nicht bewusste Sekun­den­be­tra­ch­tung, die genügte, das Wort Stehschläfer her­vorzu­rufen. Oder ich habe das Wort Stehschläfer gedacht, und kurz darauf einen Mann gese­hen, der niemals existierte. — stop

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