symphonie

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romeo : 0.01 – Da sind im Konzert­saal 8 Kontra­bas­sisten und sie flüs­tern mitein­ander, während sie leise etwas Jazz­musik spielen, viel­leicht weil das schon immer die beste Methode gewesen ist, ein Instru­ment aus dem Schlaf zu holen. Auch der Chor ist schon einge­troffen und raschelt mit seinen Papieren. Eine entspannte Atmo­sphäre, eine Stim­mung, wie in den Wäldern kurz vor Anbre­chen der Dämme­rung, erste Geräu­sche, schon bewusste, aber auch noch Traum­ge­räu­sche, alles nur zur Probe. Und ich lausche und denke, dass ich in wenigen Minuten Zubin Mehta sehen werde, wie er Mahlers Symphonie No 3 diri­gieren wird. Und wie ich so sitze, erin­nere ich mich an Finger­be­we­gungen einer jungen Frau, die im Präpa­rier­saal der Münchener Anatomie mit Sehnen und Muskeln eines Armes spielt, eine Geste, als würde sie versu­chen, jenem namen­losen Arm ein Geräusch zu entlo­cken. Schnee fällt. Knie­hoch wird er noch fallen. Jack London lesen, notiere ich. Und jetzt ist der Abend eines späteren Winters und ich sehe meine Schrift­zei­chen, unge­lenk, weil schon im Halb­dunkel des Konzert­saales ins Notiz­buch geschrieben. Alles das, in meinem Kopf durch­ein­ander. Ich fange am Besten noch einmal von vorne an. Da sind also im Konzert­saal 8 Kontra­bas­sisten, sie flüs­tern mitein­ander. Schnee fällt. Knie­hoch wird er noch fallen.

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