tonbandstimmen

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echo : 5.15 – Vier Abend­stunden mit Tonband­ma­schine im Palmen­garten gear­beitet. Folgte Stimmen junger Menschen, die von einer Zeit erzählen, die sie im anato­mi­schen Präpa­rier­saal verbrachten. Manchmal spule ich das Tonband zurück, notiere mit der Schreib­ma­schine Wort für Wort, um sie in einen größeren Text­körper zu trans­por­tieren. Da ist Mel, zum Beispiel, ihre hell­sich­tigen Gedanken zur Lunge. Als ich an den Tisch komme, um ihr meine Fragen zu über­rei­chen, legt sie gerade Bron­chien frei. Sie sagt, ich solle doch rasch fühlen, wie weich das Gewebe der Lunge sei und wie erstaun­lich leicht. Während sie eine halbe Stunde zu mir spricht, verknüpft sie kunst­voll einen Hand­schuh mit einem weiteren Hand­schuh, ohne den Blick auch nur einmal von meinem Mikro­phon zu heben. Etwas später wird sie sagen, dass ihr mein Mikro­phon wie ein kleines flie­gendes Ohr vorge­kommen sei. – Libellen. – In der Dämme­rung noch Unschärfen der Luft.

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