übersee

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tan­go : 6.36 — Am Flughafen mor­gens um 5 Uhr lehnt ein Mann an ein­er Wand nahe der Abflugter­mi­nals Rich­tung Übersee. Sein Kof­fer, als würde er warten, ste­ht neben dem Mann ganz still. Der Mann, Augen geschlossen, scheint zu schlafen. Bei­de Arme hän­gen lose am Kör­p­er. Als ich näherkomme, sehe ich, dass der Mann ein Ohr an die Wand presst. Er scheint die Wand zu belauschen. Vielle­icht, denke ich, sind in der Wand alle Wörter gespe­ichert, die in ihrer Nähe je gesprochen wur­den. Der Mann kön­nte über ein außeror­dentlich­es Gehör ver­fü­gen, über fra­gende Ohren, die Antworten provozieren. Ein Pas­sagengedanke, ein Gedanke im Vorüberge­hen, ein Sekun­dengeschöpf, wenn ich diesen Mann nicht mehrfach an genau dieser Stelle in genau dieser beschriebe­nen Hal­tung angetrof­fen hätte. Der Mann trägt einen dun­klen Anzug, Krawat­te, hell­braune, ele­gante Led­er­schuhe. Ich habe keine Vorstel­lung, welche Farbe die Farbe sein­er Augen sein kön­nte. Auch wenn ich den Mann sofort noch ein­mal erfinde, fällt mir die Farbe sein­er Augen nicht ein. — stop
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