unterwassersprechgeräusch

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tan­go : 2.12 — Seit Wochen ver­suche ich den Klang men­schlich­er Stim­men vorzustellen, wie sie sich unter der Wasser­ober­fläche artikulieren. Eine nicht ganz leichte Auf­gabe, ins­beson­dere deshalb nicht, weil ich ein­er­seits glaube, ein authen­tis­ches Unter­wasser­sprechgeräusch in meinem Kopf jed­erzeit erzeu­gen zu kön­nen, ander­er­seits jedoch über kein­er­lei Wörter ver­füge, dieses Geräusch angemessen zu beschreiben. Es scheint ein Über­set­zung­sprob­lem vorzuliegen, ein Raum zwis­chen geistigem Hören und dem annäh­ernd kor­rek­ten Aus­druck in Sprache, der auch in dieser Nacht nicht zu über­winden ist. Ich nehme an, dass Laute, die eine weite Öff­nung des Mundes erfordern, in der Sprache unter der Wasser­ober­fläche sprechen­der Lun­gen­men­schen, im Laufe der Jahrhun­derte sel­tener wer­den, Artiku­la­tion mit­tels gespitzter Lip­pen, pfeifende Laute, eine Entwick­lung in diese Rich­tung, das ist denkbar. Weshalb über­haupt ein­mal das Sprechen der Lun­gen­men­schen unter der Wasser­ober­fläche sin­nvoll sein kön­nte, davon will ich heute nichts erzählen, vielle­icht mor­gen, vielle­icht kurz nach Mit­ter­nacht, wenn wieder Abend gewor­den ist. – Vier Uhr achtzehn in Tremnseh, Syrien. — stop

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