von stimmen

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delta : 18.12 UTC – Ich habe lange Zeit über das Bild der Kehl­köpfe nach­ge­dacht, wie sie in einem anato­mi­schen Präpa­rier­saal durch die Luft fliegen als wären sie Vögel. Wann dieses Bild zum ersten Mal auftauchte, weiß ich nicht. Viel­leicht während eines Spazier­ganges über den alten Münchner Friedhof St. Georg. Ich stand vor Liesl Karl­stadts Grab, plötz­lich hörte ich ihre Stimme, die von irgendwo her aus den Kasta­ni­en­bäumen in nächster Nähe zu kommen schien. Oran­gen­far­bene Blüten, Fuchs­köpfen ähnlich, lungerten auf dem kleinen Karl­stadt­hügel. Blaue Fühler­käfer hetzten über sandigen Boden. Wald­bienen, Mooshum­meln, Raupen­fliegen, es sirrte und brummte in allen mögli­chen Tönen. Auf dem Gedenk­stein für Rainer Werner Fass­binder hockte ein Mari­en­käfer von Holz, der Schirm eines Fächer­ahorns spen­dete Schatten. Auch an Fass­bin­ders Stimme konnte ich mich sofort erin­nern, ohne einen konkreten Satz aus seinem Munde zu vernehmen. Es war ganz so, als würden die Stimme in meinem Kopf eine Stimme simu­lieren. Erich Kästner aller­dings war mir entweder abhanden gekommen oder ich habe seine Stimme tatsäch­lich noch nie in meinem Leben gehört. Aber den Sedl­mayr, Walter, erin­nerte ich unver­züg­lich und auch die ange­nehm warme Stimme Bernd Eichin­gers, der so plötz­lich gestorben war. Sommer­fäden schwebten durch die Luft. Das Rascheln der Eich­hörn­chen unterm Efeu. Über mir ein blau­grauer, blit­zender Himmel. Es duftete nach Zimt, warum? – stop / koffer­text

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