vor schnee

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marimba : 6.18 – Ein Zoologe, L., mit dem ich gestern am späten Abend tele­fo­nierte, erzählte von einer Reise nach Grön­land im vergan­genen Früh­ling. Er sei einge­laden gewesen an der Besich­ti­gung eines schla­fenden Wales teil­zu­nehmen, der in einer tiefen Bucht vor Oqaatsut senk­recht mit dem Kopf nach oben im kalten Wasser schwebte. Ein groß­ar­tiger Anblick, dieser mäch­tige Körper umschwärmt von Seehunden, die unter glei­cher­maßen neugie­rigen Fischen wilderten. Von der nauti­schen Gesell­schaft der Univer­sität Oslo seien mehrere Kameras einge­setzt gewesen, die den Wal Zenti­meter für Zenti­meter unter­suchten. Erste Hinweise deuteten auf eine mögli­cher­weise noch unbe­kannte Spezies hin. Man sei am zweiten Tage der Unter­su­chung behutsam mittels eines Köper-U-Bootes in das Innere des Wals vorge­drungen, habe in die Dunkel­heit des Magens geleuchtet, um dort zwei sehr alte Kämme von Elfen­bein vorzu­finden, ein Koffer­radio, drei Rettungs­ringe ohne Beschrif­tung, einen Peil­sender, sowie fünf Bücher, die merk­wür­di­ger­weise von wasser­fester Substanz gewesen seien. Am kommenden Sonntag, so L., reise er nach Oqaatsut zurück, der Wal schlafe noch immer, er habe indessen kaum an Körper­masse verloren, was höchst erstaun­lich sei. – Freitag. Früher Morgen. Die Luft duftet nach Schnee. – stop
basskäfer

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