south ferry : ein mann

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delta : 0.32 – Im Wasser das Wühlen der Schrauben, die sich der Fahrt des Schiffes entge­gen­stemmen. Dann Ruhe, Stille, eine ausat­mende Bewe­gung, indem sich die Fähre dem Lande nähert, glei­tende Fahrt. Fang­armen einer Gottes­an­be­terin ähnlich, lauern Gang­ways in den Schatten der Hafen­ter­mi­nals. Ein Matrose steht dort, sehr gefähr­lich, hoch über schäu­mendem Wasser. Es ist das letzte Schiff seiner Schicht, dreißig Fähren hat er an diesem Tag schon in der Annä­he­rung gesehen. Am Bug stehen Menschen, sie werden größer, er kann Gesichter erkennen, ihren Atem in der kalten Luft. Manche foto­gra­fieren. Andere versu­chen in der Menge einen Platz zu errei­chen, von dem aus sie unver­züg­lich loslaufen werden, ein kleiner Vorsprung, ein oder zwei Minuten Zeit. Das Schiff kommt von der Seite her, von rechts, es schrammt an schweren Holz­pfählen entlang, sie geben nach unter dem Gewicht des mäch­tigen Körpers, ein Ächzen, die reisenden Menschen suchen Halt in dieser Sekunde, dann, in einer sanften Bewe­gung dreht sich das Schiff, kommt näher, schmiegt sich an, so dass keine Hand, nicht die kleinste, zwischen Schiff und Steg gelegt werden könnte. Das ist der Moment, da der wartende Mann den Weg in die Stadt frei­geben, das ist der Moment, da er den warmen Geruch der Menschen wahr­nehmen kann. Ein Tier kommt auf ihn zu, es ist eine Schlange, die drei oder vier Minuten seiner Zeit an ihm vorüber­ziehen wird. Gerade war sie noch schweigsam, jetzt spricht sie, sie spricht an ihrem Kopf und auch von ihren Seiten her. Und da ist ein offener Blick, den der Mann viel­leicht wahr­nehmen kann, mein Blick, ein Blick, der sich um ihn kümmert, der sich auf den Land­ma­trosen vorbe­reitet hatte, der einsam­meln will jede einzelne seiner Bewe­gungen, um sie später einmal wieder­holen zu können. – stop

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