aleppo

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romeo : 0.15 — Ärzte ohne Gren­zen notieren am 15. Okober 2016:  “Syrische und rus­sis­che Luftan­griffe haben inner­halb von 24 Stun­den vier Kranken­häuser im belagerten Ost-Alep­po getrof­fen. Eines der Kranken­häuser wurde dabei schw­er beschädigt, min­destens zwei Ärzte wur­den ver­let­zt. Auch ein Kranken­wa­gen wurde bei den Angrif­f­en zer­stört und dessen Fahrer getötet. / Das Gesund­heitssys­tem im belagerten Ost-Alep­po erlitt damit am 14. Okto­ber die schw­er­sten Schä­den seit dem Scheit­ern der kurzen Waf­fen­ruhe Ende Sep­tem­ber. Die Inten­sität der Luftan­griffe auf die nordsyrische Stadt nahm in den Tagen zuvor weit­er zu. / Laut der Direk­tion für Gesund­heit sowie dem foren­sis­chen Zen­trum in Ost-Alep­po star­ben dort zwis­chen dem 11. und dem 14. Okto­ber min­destens 62 Men­schen, 467 Men­schen wur­den ver­let­zt, darunter 98 Kinder. Die Zahl der Toten und Ver­wun­de­ten liegt möglicher­weise noch höher, denn viele Fam­i­lien begraben ihre Toten selb­st, ohne sie in ein Kranken­haus zu brin­gen. / “Die Stadt bricht immer weit­er zusam­men” / „Die rück­sicht­slosen Luftan­griffe sind ein­deutig noch schlim­mer gewor­den“, sagt Car­los Fran­cis­co, Lan­desko­or­di­na­tor von Ärzte ohne Gren­zen für Syrien. „Eines der Kranken­häuser, die gestern getrof­fen wur­den, wurde stark beschädigt. Es ist ein wichtiges chirur­gis­ches Zen­trum, das in den ver­gan­genen Wochen schon dreimal getrof­fen wor­den ist. Die Inten­sität der Angriffe erstickt die weni­gen medi­zinis­chen Kapaz­itäten, die das Gesund­heitssys­tem in Alep­po noch hat. Die Stadt bricht immer weit­er zusam­men, Tag für Tag, Stunde für Stunde. Syrien und Rus­s­land zer­stören die let­zten Orte, an denen noch Leben gerettet wer­den kön­nen. Damit zeigen sie, dass sie in Ost-Alep­po jeglich­es Leben unmöglich machen wollen.“ / Laut Bericht­en von Kranken­haus­mi­tar­beit­ern in Ost-Alep­po wur­den bei den Angrif­f­en vom 14. Okto­ber zwei Ärzte ver­let­zt, ein Lagerver­wal­ter eines der Kranken­häuser erlitt Ver­bren­nun­gen. Bis­lang gab es in Alep­po noch 35 Ärzte für rund 250.000 Men­schen. Nur sieben von ihnen sind Chirur­gen, die Kriegsver­let­zte operieren kön­nen. Seit dem Beginn der Belagerung des Ost­teils im Juli wur­den die weni­gen verbliebe­nen Kranken­häuser 27 Mal getrof­fen, nicht ein einziges Kranken­haus ist bei den Luftan­grif­f­en ohne Schaden geblieben. / Nur noch elf funk­tion­stüchtige Kranken­wa­gen / Auch ein Kranken­wa­gen der Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tion (NGO) Al-Scham-Human­i­tar­i­an-Foun­da­tion (AHF) wurde am 14. Okto­ber kom­plett zer­stört, der Fahrer wurde getötet. Die AHF stellt den Men­schen in Syrien seit 2011 kosten­lose medi­zinis­che Hil­fe zur Ver­fü­gung. Erst einige Tage zuvor hat­te die Direk­tion für Gesund­heit berichtet, dass auf­grund der Luftan­griffe sowie der fehlen­den Ersatzteile nur noch elf funk­tions­fähige Kranken­wa­gen in Ost-Alep­po bere­it­ste­hen. Frei­willige und NGOs nutzen ein­fache Fahrzeuge, um Ver­wun­dete zu trans­portieren. / „Wir haben es bere­its gesagt und sagen es erneut: Alle Kon­flik­t­parteien müssen ermöglichen, dass schw­er Ver­wun­dete und Kranke aus der Stadt gebracht wer­den, bevor es zu spät ist“, sagt Pablo Mar­co, Leit­er der Nahost-Pro­gramme von Ärzte ohne Gren­zen. „Über­lebenswichtige Güter und medi­zinis­ches Mate­r­i­al müssen in die Stadt gebracht wer­den kön­nen. Die Men­schen dort lei­den nicht nur unter dem anhal­tenden Bomben­hagel, son­dern auch darunter, dass sie über­haupt keine Unter­stützung erhal­ten.“ / Ärzte ohne Gren­zen unter­stützt in Ost-Alep­po alle acht verbliebe­nen Kranken­häuser. Lan­desweit unter­stützt die Hil­f­sor­gan­i­sa­tion mehr als 150 Gesund­heit­szen­tren und Kliniken. Im Nor­den Syriens betreibt Ärzte ohne Gren­zen selb­st sechs medi­zinis­che Ein­rich­tun­gen. Zu den von der syrischen Regierung kon­trol­lierten Gebi­eten ein­schließlich West-Alep­po erhält die Organ­i­sa­tion keinen Zugang. - stop

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