animals

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echo

~ : louis
to : Mr. stanis­law lem
sub­ject : ANIMALS

Hochverehrter Herr Lem, Sie wer­den, nehme ich an, noch nie von mir gehört haben. Ich heiße Louis. Seit vie­len Jahren bin ich ein stiller Bewun­der­er Ihrer Kun­st. In der Nähe meines Schreibtis­ches hängt deshalb eine Fotografie, die Sie in schwarz­er und weißer Farbe zeigt, an ein­er Wand. Immer wieder, wenn ich Sie dort betra­chte, denke ich, dass ihre Augen, ihr Blick, von der Weite der Welt erzählen, die sich in ihrem Kopf ent­fal­tet, dass man über­haupt die Großzügigkeit eines Geistes in seinen Augen zu erken­nen ver­mag. Eines Ihrer Büch­er nun habe ich wieder gele­sen in den ver­gan­genen Tagen, weil ich mich erin­nert hat­te, dass Sie dort von sehr kleinen gefährlichen Wesen berichteten, Mikroben, die Waf­fen­panzerun­gen jed­er Art in Sekun­den­schnelle zu durch­drin­gen in der Lage sind. Eine beun­ruhi­gende Vorstel­lung natür­lich. Ich hoffe, das bald wieder zur Seite leg­en zu kön­nen, ger­ade auch deshalb, weil ich mich in diesen Wochen per­sön­lich mit kle­in­sten Wesen beschäftige. Soll­ten Sie in der Lage sein, meine Arbeit von höher­er Stelle aus zu beobacht­en, dann wer­den Sie bald erken­nen, es geht um lebende Papiere, um ihren Geist, um ihr Ver­hal­ten und alle diese Dinge, die eine forschende Per­son begeis­tern von früh bis spät. In diesem Sinne sende ich Ihnen allerbeste Grüße. – Louis

gesendet am
10.03.2010
22.56 MEZ
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