apfelohren

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delta : 6.35 — Gestern hab ich eine lustige E‑Mail emp­fan­gen. Sie war irgend­wann während ich schlief auf meinem Com­put­er laut­los eingetrof­fen. Die Per­son, die mir geschrieben hat­te, wollte wis­sen, wie ich vorge­he, wenn ich nachts einen Apfel oder eine Aprikose oder Bana­nen belausche. Ich hat­te zunächst einige gute Gründe auf diese Frage nicht einzuge­hen, ger­ade auch deshalb, weil der Absender der E‑Mail, einen selt­samen Namen angegeben hat­te, dessen Exis­tenz ich über die Google — Such­mas­chine verge­blich zu prüfen suchte. Aber dann schien mir doch reizvoll zu sein, dem Absender der E‑Mail zu antworten. Ich notierte kurz und bündig, dass ich, wenn ich einen Apfel belausche, den Apfel in eine mein­er Hände nehme, um ihn tat­säch­lich an eines mein­er Ohren zu führen. Was man, wenn man in dieser Weise vorge­ht, hören kann, ist natür­lich zunächst das Rauschen des Blutes in den eige­nen Ohrge­fäßen, son­st aber nichts, abge­se­hen von Geräuschen vielle­icht, die man sich gründlich vorzustellen ver­mag, Geräuschen organ­is­chen Zer­falls zum Beispiel, einem Pfeifen, einem Sausen, oder den Beißgeräuschen eines Wurmkiefers in größer­er Apfeltiefe. Ich attestierte in einem Antwortschreiben sehr ern­sthaft, dass ein Apfel ein stilles Wesen sei, immer­hin habe ich nicht nur einen, ich habe min­destens fünf Äpfel belauscht, Bir­nen, Trauben, Bana­nen, Pfir­siche, alle sind sie ohne tat­säch­liche Geräusche in den Fre­quen­zen men­schlichen Hörver­mö­gens. Dafür leg ich eine Hand ins Feuer, jawohl, es ist Mon­tag: Rasende Wolken. — stop

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