rom : ein flugzeug

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marim­ba : 22.58 — Man müsste ein­mal ein Flugzeug erfind­en, das nicht sicht­bar und doch wirkungsvoll anwe­send ist. Unsicht­bare Sitze, auf welchen sicht­bare Pas­sagiere Platz genom­men haben, durch­sichtige Steuerknüp­pel, durch­sichtige Flügel, ein durch­sichtiges Leitwerk. Man sieht nun Men­schen, wie sie über Taxi­way­bah­nen eines Flughafens schweben, gut sortiert, acht Per­so­n­en zu ein­er Rei­he nebeneinan­der, so sitzt man. Da und dort liegen schlampiger­weise Taschen herum, Ruck­säcke, Zeitun­gen, auch sie sind sicht­bar wie ihre Besitzer und die Ben­zine in den Flügeln der Maschi­nen, das Nest der Kof­fer am Flugzeugheck, jene zwei Her­ren mit ihren akku­rat gefal­teten Fliegerhauben an der Spitze der Prozes­sion, bald wird man sehen wie das alles fliegt sehr steil gegen den Him­mel zu. Und dieser Blick nun nach unten, Seen, Straßen, Wälder, Schnee auf den Bergen, das Meer, die große Stadt im Anflug, ein rötlich brauner Fleck in ein­er Land­schaft, die hell ist. Es war viel Wind unter­wegs und beständig das Gefühl in die Tiefe zu fall­en, weil die Sub­stanzen des Flugzeuges nicht zu sehen gewe­sen waren. Nun aber Rom. Da ste­he ich mit bei­den Beinen fest auf einem Boden, unter dem viel Zeit­spur im Ver­bor­ge­nen liegt. Das Taxi, das durch das großzügige Spalier der Zed­ern­bäume gleit­et, Schirmpinien da und dort in Step­pen­land­schaft jen­seits der Straße. Plöt­zlich dicht­es Häuserge­füge in warmerdi­gen Far­ben, braun, ock­er, gelb, rot, orange, an den Ampeln helle Wölkchen von Bleiluft, die aus knat­tern­den Roller­mo­toren paf­fen. Via del­la Magliana, Via Portuense, Via Quiri­no Majo­rana, Via delle For­naci, Via delle Mura Aure­lie. Vor dem Haus liegen drei scheue, schlanke Katzen. Das Gespräch der Möwen auf ihrem Flug gegen Traste­vere. – stop
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