herbst

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marim­ba : 8.12 UTC — Ich geh spazieren wo die alten Men­schen wohnen, über Flure wo die alten Men­schen sitzen vor den Türen, hin­ter welchen uralte Men­schen liegen, die in ihren let­zten Bet­ten schlafen. Ein alte Dame zieht sich im Roll­stuhl sitzend Stunde um Stunde am hölz­er­nen Wandgelän­der voran. Wie viele Kilo­me­ter ist sie so schon unter­wegs gewe­sen? Ich hörte, sie sei 88 Jahre alt. Wenn Sie mir begeg­net, lächelt sie wie ein junges Mäd­chen, fragt warum sie hier sei, antwortet sofort: Wohl weil ich alt bin. Auf einem Tisch, um den herum weit­ere schlafende Men­schen sitzen, ste­ht ein Tele­fon von grauer Farbe mit ein­er Zif­fer­n­wählscheibe. Der Hör­er des Tele­fons schwebt an ein­er mageren Hand neben einem Ohr, das lauscht. Eine weit­ere magere Hand wählt Num­mer für Num­mer Stunde um Stunde. Draußen vor den Fen­stern küh­ler, herb­stlich­er Regen. Und hier, gle­ich komme ich an ihm vorüber, das Zim­mer der alten Clau­dine Tul­la, sie schläft schon seit zehn Jahren in ihrem let­zten Bett. Wie doch die Zeit verge­ht. — stop

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