herzgeschichte

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oli­mam­bo : 0.02 — Das weiße Papi­er ist niemals leer. Diesen Satz habe ich gestern Nach­mit­tag gegen 15 Uhr genau so notiert, wie er hier verze­ich­net ist. Ich saß am kleinen See im Pal­men­garten und dachte an Herzen und solche Dinge, und als ich den Satz eine Stunde später noch ein­mal gele­sen habe, kon­nte ich nicht sagen, warum ich den Satz eigentlich aufgeschrieben hat­te. Das war ein merk­würdi­ger Moment gewe­sen, diese Sekunde, da ich bemerke, dass ich einen Satz, den ich selb­st aus­gedacht, nicht erken­nen kon­nte. Trotz­dem gefiel mir der Satz. Ich hat­te den Ein­druck, dass es sich um einen wahren Satz han­deln kön­nte, und dass ich nur abwarten müsse, bis sich sein feines Wesen zeigen wird. Und so lausche ich nun also. Irgen­det­was brummt in mein­er näch­sten Nähe. Däm­merung. Und ich stelle mir vor, wie gut es doch wäre, wenn Men­schen für eine gewisse Zeit ihre Herzen teilen kön­nten. Man meldet sich zum Beispiel in einem Hos­pi­tal. Guten Abend, sagt man, guten Abend, wir haben heute Nacht etwas Zeit, mein Herz und ich. Und dann fährt man unverzüglich los, man fährt durch die Stadt und ihre Lichter und Düfte und legt sich sehr bald zu einem Men­schen, dessen Herz schwach gewor­den ist, ver­bun­den liegt man Stun­den still.

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