landschaft mit händen

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sierra : 22.18 UTC – In einem Zug wollte mir ein junger Mann einen Algo­rithmus erklären. Er sagte: Schau Louis, dieser Algo­rithmus hier scheint von einer sehr begabten Person formu­liert worden zu sein. Ich möchte behaupten, dieser Algo­rithmus stellt im Grunde ein Lebe­wesen dar. Der junge Mann sah mich mit einem leichten Silber­blick an, vermut­lich von Begeis­te­rung auf sein Gesicht gespielt. Dieser Algo­rithmus fuhr er fort, sei derart komplex, dass kaum noch ein mensch­li­ches Wesen ihn allein erfassen könne. Man müsse vermut­lich über einen leis­tungs­starken Rechner verfügen, um auch nur annä­hernd an seinen Kern, an eine Idee, die irgendwo in dem Algo­rithmus steckte, heran­zu­kommen. Während der junge Mann sprach, folgte ich seinen Händen, die über die Tastatur seines Note­books hüpften als wären sie hell­häu­tige Tiere. Ich gestehe, ich habe kaum verstanden, wovon der junge Mann eigent­lich erzählte, da waren zu viele Zahlen im Spiel gewesen. Ich dachte in jenem Moment vor allem an meine eigene Lang­sam­keit, dass ich mit der Zeit zunächst immer schneller wurde, und dann plötz­lich wurde ich lang­samer, was ich zunächst nicht bemerkte, bis ich in einem Zug saß und helle Finger­ge­schöpfe betrach­tete, die eine Tastatur bedienten. So schnell waren sie vor meinen Augen gewesen, dass sie nach und nach unscharf wurden, wie wohl meine eigenen Hände vor den Augen meines Vaters unscharf geworden waren, als er sie mit einem selt­samen Blick betrach­tete, dessen Ursprung ich in einem Zug viele Jahre später entdeckt zu haben meinte. – stop
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