die privatheit der engel

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echo : 0.28 – Wovon ich nicht berichtet habe, am Mittwoch bere­its ist mir ein Fieberen­gel zuge­flo­gen. Jet­zt kom­men sie schon im Okto­ber angereist, wollen getröstet, wollen unter­hal­ten wer­den. Der Engel, von dem ich ger­ade spreche, lungert seit zwei Tagen in mein­er näch­sten Nähe auf Kissen herum. Ein Anblick, der mich nicht ein­schlafen lässt, das Beben seines Gefieders, Herb­st­laub­far­ben, die über einen blassen Kör­p­er stür­men. Durch hohe Tem­per­a­turen, die in seinem Inneren bren­nen, ist der kleine Engel so matt gewor­den, dass ich ihn in eine Hand leg­en, dass ich ihn wiegen kon­nte. Eine leichte Per­son, 80 g, sitzt in diesen Minuten, da ich meinen Text notiere auf mein­er Schul­ter links nicht ohne Grund. Ich hat­te meine Par­ti­cle­sar­beit betont und dass ich dort von sein­er Gegen­wart erzählen würde. Man ahnt ja nichts von der Wild­heit ihres Wesens. Meinen Namen soll­test Du nicht erwäh­nen! Ich warne Dich, flüsterte der Engel. Er saß im Moment sein­er Dro­hung auf dem Stiel eines Löf­fels in mein­er Küche, steck­te die Spitze ein­er Fed­er in war­men Honig und dozierte von Geheimnis­sen, die Engel und Men­schen umgeben. Du und ich! So sitzt er also und beobachtet, was ich ger­ade notiere. Ich weiß, ich kön­nte, ein Wort zuviel, sofort in Flam­men aufge­hen, also hör ich bess­er auf. — Eine halbe Stunde nach Mit­ter­nacht, der let­zte Tag des Okto­bers ist ange­brochen. – Gute Nacht!
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