nachtechse

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alpha : 2.55 — Stellt Euch vor, eine Eidechse, wildes Tier, hockt seit bald zwei Stun­den auf meinem Küchen­tisch. Das wäre für sich genom­men schon eine bemerkenswerte Geschichte, weil ich recht weit oben wohne, die Fen­ster nicht geöffnet wur­den und auch kein­er­lei frische Geschenkware in den ver­gan­genen Wochen bei mir angekom­men ist. Außeror­dentlich span­nend wird die kleine Geschichte nun aber durch die Beobach­tung der zwei Köpfe, über die das Wesen gebi­etet. Sie sitzen ganz vorne an dem Tier am Hals, der sich gabelt. Die Augen der Eidechse gehen auf und zu, wie sie möchte, alle auf ein­mal oder auch getren­nt voneinan­der, es sind vier. Zwei Zun­gen natür­lich, die zün­geln, gemein­sam oder gar nicht oder auch sie unab­hängig voneinan­der. Ich über­legte nun, ob die Eidechse von Geburt an über zwei Köpfe ver­fügt haben kön­nte, oder aber welch­er der eigentliche Kopf der Eidechse gewe­sen sein dürfte, der erstere der Köpfe oder der orig­i­nale Kopf, und welch­er der zwei Köpfe demzu­folge der nachgewach­sene Kopf gewe­sen müsste. Ich habe weit­er­hin darüber nachgedacht, ob es möglich wäre, einen der zwei Eidech­senköpfe mit­tels ein­er Papier­schere zu ent­fer­nen, ohne dem kleinen Tier vielle­icht weh zu tun. Das scheint allerd­ings sehr unwahrschein­lich zu sein, deshalb bleibt die Schere liegen. Unter der Lupe ist ein weit­er­er Kopf vielle­icht schon sicht­bar, ich meine eine Buch­tung an der Schul­ter zu erken­nen, ich muss das weit­er beobacht­en. — Kurz nach drei Uhr, weit vor Däm­merung. Sollte noch ein paar Fliegen fan­gen. Wenn man drin­gend Fliegen braucht, sind niemals Fliegen da. — stop

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