nachts

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romeo : 5.22 – Es war Nacht und ich hockte in meiner Küche und schälte sehr langsam einen Apfel. Kurz darauf hörte ich ein raschelndes Geräusch, dessen Ursache sich in meinem Kühl­schrank aufzu­halten schien. Ich wartete einige Minuten. Zunächst wieder Stille, dann erneut ein raschelndes Geräusch. Unver­züg­lich öffnete ich die Tür zum kühlen Raum, der sehr schön hell beleuchtet war. Wie ich so auf einem Stuhl im Licht meines Kühl­schrankes saß und wartete, dass sich dort irgend­etwas ereignen möge, das Geräu­sche verur­sacht, begann ich damit, das sicht­bare Gut im Schrank zu befragen, die Marme­lade zum Beispiel, ein Gläs­chen voll Apri­ko­sen­gelee, ob es denn möglich wäre? Oder der Senf, die Feigen in ihrer Feigenbox, Butter­waren. Aber auch das italie­ni­sche Brot rührte sich nicht. Ich erin­nerte mich in diesem Augen­blick der Kühl­schrank­be­ob­ach­tung an ein Kind, das immer wieder einmal die Tür eines längst verschwun­denen Eisschranks aufriss, um nach der Dunkel­heit zu sehen, die angeb­lich verläss­lich eintreten sollte, sobald die Tür des Kühl­schranks geschlossen wurde. Ich legte mich dann wieder ins Bett. – stop

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