peter bichsel : lesen macht arbeitsunfähig

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marim­ba : 3.28 – Ich habe der Film­stimme eines Schweiz­er Schrift­stellers zuge­hört, den ich seit vie­len Jahren sehr gerne lese, weil seine Sätze in meinem Kopf ein Gefühl von Klarheit, Frei­heit und angenehmer Küh­le bewirken. Ich weiß, dass das natür­lich Unsinn ist, weil ich mit meinem Gehirn unmit­tel­bar keine Tem­per­a­turen wahrzunehmen ver­mag, und doch immer wieder der Ein­druck polar­er Luft, ein Knis­tern. Der Mann, von dem ich spreche heißt Peter Bich­sel. Er fährt gern ziel­los in Zügen herum, weil er in Zügen sehr gut notieren kann. Ich stelle mir vor, wie die Men­schen des Zuges, Land­schaften, Schienen, Schwellen, Abteile, unmerk­lich zu Teilen ein­er beson­deren Schreib­mas­chine wer­den. Als Kind, erzählt Peter Bich­sel, habe er sich darauf gefreut, ein alter Mann zu sein. Er habe damals nicht gewusst, dass ein Groß­vater nicht ewig ein Groß­vater bleibe, son­dern das Leben noch älter wird, und dass der Groß­vater dann stirbt.
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