prada

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tan­go : 5.16 — Die Hand­tasche, der ich mich in der ver­gan­genen Nacht einge­hend wid­mete, ist rot und weiß und von fein­stem Led­er. Zwei Fäch­er sind in ihrem schmalen Bauch zu find­en, die man mit Druck­knöpfen ver­schließen kann. In diesem Moment ste­ht die Tasche auf vier met­al­lenen Füßchen vor mir auf dem Schreibtisch, Schul­ter­riemen, Trage­henkel, Außen­fäch­er, ein wirk­lich ansehn­lich­es Exem­plar, das glänzt und leicht ist. Die Tasche wiegt in nicht befüll­tem Zus­tand ger­ade ein­mal 400 Gramm, so leicht ist diese Tasche, ganz erstaunlich. Nun habe ich Fol­gen­des unter­nom­men, ich habe zunächst in sorgfältig­ster Weise einen prächti­gen Haut­bal­lon gefal­tet und in das linke Seit­en­fach der Leichthand­tasche abgelegt. Es han­delt sich um ein fil­igranes, flugfähiges Natur­pro­dukt, welch­es aus der Schwimm­blase eines Mond­fis­ches gefer­tigt wurde. Ein fein­er Schlauch, nicht sicht­bar auf den ersten Blick, führt vom Hals des Bal­lons wiederum zu einem Siphon, in dem sich Heli­um befind­et. Ich habe ihn, nach län­ger­er Über­legung, auf der gegenüber­liegen­den Seite, im zweit­en Außen­fach der Tasche unterge­bracht. Er ver­fügt über ein Ven­til, welch­es unkon­trol­liertes Ausströ­men des Gas­es ver­hin­dert, über einen Ver­schluss also, der mit ein­er san­ften Fin­ger­be­we­gung jed­erzeit geöffnet wer­den kön­nte, so dass das Gas im Bruchteil ein­er Sekunde in den Bal­lon schießen, das Fut­ter­al des Bal­lons öff­nen und die Hand­tasche mit Auftrieb ergreifen würde. Sollte ich zu diesem Zeit­punkt das Ven­til der Tasche öff­nen, endete ihr Flug an der Decke meines Zim­mers. — Kurz vor fünf Uhr am Mor­gen. Schon zu spät, um inmit­ten der Stadt heim­lich einen Freiluftver­such unternehmen zu kön­nen. Noch etwas schlafen darum, dann eine Spin­del mit äußerst feinem, aber zugfestem Faden in der Länge von 100 Metern an der Tasche befes­ti­gen, dann wieder Nacht. — stop

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