PRÄPARIERSAAL : verwandlung

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alpha : 1.55 — Mein Ton­bandgerät wird vielle­icht bald aufhören zu existieren. Ein Knis­tern ist zu vernehmen, sobald sich die Motoren der Mas­chine in Bewe­gung set­zen. Wenn ich sie schüt­tele, scheint etwas in ihr herumz­u­fall­en, weshalb ich sie in dieser Nacht öff­nen werde, um nachzuse­hen, ob ich etwas tun kann, um ihren Ver­fall aufzuhal­ten. Es ist jet­zt 1 Uhr 32 Minuten. Noch drehen sich die Räder der Mas­chine. Ger­ade eben erzählte Yolande aus Kamerun von ihrer Erfahrung der Ver­wand­lung in der Umge­bung anatomis­ch­er Arbeit : > Ich habe schon am ersten Abend gespürt, dass sich in meinem Leben etwas verän­dern würde. Ich kann mich, wie ich schon sagte, nicht sehr gut an meinen ersten Tag im Prä­pari­er­saal­saal erin­nern. Als ich nachts vor dem Spiegel stand, waren meine Augen gerötet. Das machte mir Sor­gen. Ich kon­nte nicht ein­schlafen und darum bin ich im Zim­mer auf und abge­laufen. Und plöt­zlich hat­te ich ein ganz starkes Gefühl von Lebendig­sein in mir. Ich hat­te das Gefühl, dass diese alltäglichen, kleinen Schwierigkeit­en unter Men­schen, unbe­deu­tend sind. Alles völ­lig unwichtig. Ich habe dann sehr gut geschlafen. — Wenn ich von mein­er Erfahrung des Prä­pari­erkurs­es erzäh­le, reagieren die Men­schen mit respek­tvollem Staunen. Ihre Augen wer­den groß und immer größer, je mehr sie erfahren. Sie meinen sehr häu­fig, dass sie das selb­st niemals aushal­ten wür­den. Dann erzäh­le ich gern von meinen Fre­un­den am Tisch. Ich habe als sehr wertvoll emp­fun­den, in einem Team arbeit­en zu kön­nen. Wir macht­en diesel­ben Erfahrun­gen und hat­ten ein gemein­sames Ziel: das Erler­nen der Struk­turen des men­schlichen Kör­pers. Außer­dem fand ich sehr angenehm mit den Hän­den arbeit­en zu kön­nen, ich kon­nte die Materie anfassen, Muskeln und Ner­ven und Blut­ge­fäße. Wir waren alle weiß gek­lei­det, vielle­icht fühlten wir uns deshalb wie in ein­er anderen Haut. In dem Moment, da ich meinen weißen Kit­tel anzog und meine Hand­schuhe, hat­te ich das Gefühl mich zu ver­wan­deln. Auch dann, wenn ich mir nur aus­malte, wie ich meine Hand­schuhe über­streifte, ver­wan­delte ich mich auf der Stelle. — stop

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