rom : bälle

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vic­tor : 17.16 — Nah der Iso­la Tibe­ri­na befind­et sich eine von Men­schen­hand gefer­tigte Schwelle im Tiber­bett, die den langsam dahin reisenden Fluss zu einem reißen­den Strom wer­den lässt. Das braun­grüne Wass­er ist hell gewor­den, blau und frisch von der einge­fan­genen Luft. Flaschen, Bälle, Hölz­er wer­den zu Spielzeu­gen der strudel­nden Walze, die sie fängt, die sie mit sich in die Tiefe nimmt, um sie kurz darauf wieder freizu­lassen für Sekun­den. Wenn man dort sitzt und wartet, kann man sich kaum satt sehen an jen­er lebenslusti­gen Ord­nung des Zufalls. Junge Men­schen kauern am Ufer, schauen zu, zählen Bälle, Far­ben, For­men, spähen flus­saufwärts, ob weit­ere Gegen­stände sich näh­ern, um vom Wass­er bear­beit­et zu wer­den, bis sie sich irgend­wann ein­mal aufgelöst haben wer­den oder so leicht gewor­den sind, dass ein Wind­stoss sie der Umar­mung des Flusses entziehen kann. Die Wände der Tiber­fas­sung ragen hoch hin­ter uns auf, zehn oder zwanzig Meter, kaum Geräusche men­schlichen Lebens drin­gen bis hier­her, Stadt und Fluss scheinen getren­nt. Schwere, dunkel gefiederte Seemöwen haben vom Meer hier­her gefun­den. Ruhig ste­hen sie am Wass­er, blinken mit den Augen als wären sie Fotoap­pa­rate. Irgend­wo in näch­ster Nähe sollen sich Fun­da­mente Jahrtausende alter Brück­en unter der Wasser­ober­fläche befind­en. Wenn man sie ein­mal zu Gesicht bekom­men sollte, müsste der Fluss bald ver­schwun­den sein, ver­dampft wie die Spatzen, deren Spezies ich bald vergessen haben werde, dass sie je existierte. — stop
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