samstags

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foxtrott : 5.12 – Früher Nach­mittag, Sommer. Ich beob­achte auf einem Fähr­schiff, das nach Staten Island fährt, einen älteren Mann bei konzen­trierter Arbeit. Er sitzt auf einer Bank des Prome­na­den­decks tief über ein Buch gebeugt. Einige Kinder tollen in seiner Nähe herum, er nimmt, so sehr ist er bemüht, mit einem Blei­stift den Zeilen eines Buches zu folgen, keine Notiz von ihnen. Ich denke zunächst, der alte Mann würde seine Augen mit Hilfe eines Blei­stifts entlang der Zeichen­linie führen, aber als ich mich nähere, entdecke ich Wort für Wort eine leichte Verzö­ge­rung der Bewe­gung, die aus der Entfer­nung betrachtet doch wie eine flie­ßende Bewe­gung wirkt. Am Ende jeder Zeile notiert der Mann eine Ziffer, vermut­lich deshalb, weil er die Wörter des Buches zählt. Das ist seltsam und zugleich berüh­rend, wie er so selbst­ver­gessen auf dem großen Schiff verweilt, und ich hoffe, er möge auf Staten Island ange­kommen, mit dem nächsten Schiff zurück­fahren nach Manhattan, und wiederum auf seinem Transfer Wörter zählen. Als das Schiff an das St. George Terminal anlegt, schließt der alte Mann das Buch, verstaut seinen Blei­stift in einer Tasche seines Jacketts, erhebt sich mühe­voll, um das Schiff langsam gehend über die Brücke, die sich zur Fähre hin senkte, zu verlassen. Im Saal des Termi­nals bleibt er für einen Augen­blick vor einem Aqua­rium stehen, betrachtet die Fische oder sein Spie­gel­bild, um sich wenige Minuten später von der Menschen­menge, die auf das wartende Schiff strömt, mitnehmen zu lassen. Nebel ist aufge­kommen, die Möwen, die das Schiff auf seinem Weg nach Manhattan begleiten, still. Ich stehe draußen auf der Prome­nade und beob­achte das Wasser, wie es weit unten entlang des Schiffs­kör­pers schäumt. Von Zeit zu Zeit schau ich durch Fenster zu dem alten Mann hin, zu seinem Buch, seinem Blei­stift, seinen Händen. – stop
unterwassertapete6

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